Abseits eines betäubenden Ambientismus betätigen sich HOFUKU SOCHI als Gärtner der Harmonie im Kleinen, wo Schönheit ihren Nutzen hat. Gelassenheit ist kräftig und doch anregend genug, um selbst Big Chill, den alten Yeti, von der Sofakante zu stossen, damit er im Fluss des elektronischen Listening ein Bad nehme und sich vom Gammel befreie.
Seismo Kondo und Stacho-San, besser als bekannt als ex-Fischmobdrummer Stachy, haben nicht nur das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, sondern genießen als erste japanische Honorarkonsuln Schleswig-Holsteins auch Immunität. Verhaften ließen sich HOFUKU SOCHIs Klänge ohnehin nicht; diplomatische Verwicklungen durch das Aufziehen falscher Schubladen wären hier vorprogrammiert. Wer sich hingegen im Ja der Mitwipperschaft zuhause fühlt, hat nichts zu befürchten.
Tatsächlich ist "Massive Vergeltungsmaßnahme" auch noch im Jahr 2005 die Übersetzung für "Hofuku Sochi". Und ihr neues Album "Min Tek" so etwas wie der große Lauschangriff auf die fortschreitende Klimaveränderung des musikalischen Äthers. Rauchende Chips auf glühenden Laptop-Platinen im hochgetakteten Maschinenpark sind die schnellen Brüter der gegenwärtigen elektronischen Musikproduktion. Doch auf "Min Tek", phantasieplattdeutsch für "Meine Technik", machen Hofuku Sochi ihrem biobäuerlichen Herzen in zweierlei Hinsicht gute Luft. Zum einen produzieren sie auf freilaufendem Equipment wie dem Nanoloop- (Game Boy) und Palm-Sequencer, Vibraphon, C64 sowie Analog-Filtern und -Synthies. Zum anderen kultivieren sie ihre musikalischen Gewächse in wohltuend organischer Zeitökonomie. Das hat weniger mit der Entstehungszeit des Albums über drei Jahre, als vielmehr mit ihrem Verständnis von Minimalismus zu tun. Da, wo andere Kleinholz machen, wachsen die Stücke von Hofuku Sochi als Landschaft in der Schale - Bonsai, der Baum, der durch künstlerische Gestaltung kleingehalten wird und doch seine natürlichen Eigenschaften behält.
War ihr Vorgänger "Denshi" eher wildwüchsig, ungenau und verspielt, ist "Min_Tek" durchaus technisch, präzis und interpretiert. So entstehen und vergehen die wundersamen Spezies kleiner Melodien und rhythmischer Figuren in zyklischer Bestimmtheit, frisst improvisierte Sorgfalt die programmierte Vagheit der abstrakten elektronischen Musik.
HOFUKU SOCHI are Seismo Kondo und Stacho-San, better known as Stachy former member of the successful hiphop-group „FISCHMOB“ during the 90‘s. HF did several famous remixes („Pierre Henry“, „Hildegard Knef“) and released their debut album in 1999. After contributing several tracks for different compilations, HOFUKU SOCHI now present their second album containing techno- and house-music as well as ambient and downbeat-tunes. Their music is definitely electronic but with a strong human touch. They often work with no midi-synchronisation and love to use small and limited analogue instruments like Nintendo’s gameboy, little samplers, drumboxes and vintage synths etc. HOFUKU SOCHI’s music is famous for its warmth and softness. There is ambient music as well as club music to explore. Soundscapes as well as straight beats. They use very picky sounds and samples and while listening you can imagine how advised they both arranged their music. HOFUKU SOCHI come back to the roots of electronic music and extract their personal essence out of it. Music for listening and dancing, for dreaming and driving, for being alone or having a party: allround music for the 21st century.
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